Wassersport Bremer Schweiz e.V.




   
Bootshaus
 
Aktuell
  Impressum

  

 

Die Entstehungsgeschichte des Wassersport Bremer Schweiz e.V.

Die Gründung

Am 02. Juli 1947 fand in der Schule St.Magnus auf Einladung von Otto Schmidtmann die Gründungsversammlung statt.

Der Wassersport Bremer Schweiz, wie sich der  Verein auf einstimmigen Beschluss nannte,  war geboren.

Zu diesem Zeitpunkt waren es 19 Mitglieder, die eine Bereitschaftserklärung zur aktiven Mitarbeit unterzeichneten.

Eine Genehmigung der amerikanischen Militärverwaltung in Bremen musste eingeholt werden, wobei die  (politische) 

Unbedenklichkeit der Vorstandsmitglieder überprüft wurde. Die senatorische Behörde leitete den Genehmigungsantrag am

17.Juli 1948 an die Militärregierung weiter. Diese erteilte die Genehmigung am 27.Juli 1948. Damit waren fast genau ein Jahr

nach der Gründung auch die Legitimitäten vollzogen und der Weg frei für weitere Aktivitäten.

 

Die Lösung der Standortfrage

 

Die schwierigste Phase nach der Vereinsgründung stand noch bevor. Zunächst war dringend die Standortfrage für die

Errichtung einer Vereinsanlage zu klären. Als Platz wurde das Gelände beim früheren Teehaus ins Auge gefasst. Auf Einspruch der Gemeinde musste dieser Plan verworfen werden. Sehr gut geeignet war auch das Gelände am Hafen St.Magnus. Dieser

wurde jedoch noch öffentlich genutzt: "Jan vom Moor" brachte Torf als wertvolles Heizmaterial die Hamme und Lesum herunter, der hier auf Pferdefuhrwerke verladen und dann in der Umgebung verteilt wurde. Torf als Brennstoff verlor jedoch langsam an Bedeutung und so nahmen die Verhandlungen um das Hafengelände für den WBS einen positiven Verlauf. Ein erster Vertrag

über 1500qm Land und Deich konnte zu einer Jahrespacht von DM 50,00 mit der Familie Koberg abgeschlossen werden.

 

Die weiteren Nahziele und Entwicklung

 

Anleger und Bootshaus waren die weiteren Nahziele. Einige Vereinsmitglieder wussten von einem von den Amerikanern in der Lesum versenkten Ponton. Er wurde gehoben und als Anleger verwendet. Auf Antrag sprach ihndas Strandamt Bremerhaven dem WBS als Strandgut zu.

Leider meldete sich einige Zeit später der frühere Eigentümer und setzte seinen Anspruch durch. Der WBS bekam dafür einen geringen Bergelohn zugesprochen. Daraufhin besann man sich auf die eigenen Kräfte und besorgte Fässer für den Eigenbau eines Anlegers. Mit Unterstützung einer Dampframme wurden zwei Pfähle in den Flussboden gerammt und an diese die ersten Teile einer Brücke und eines Anlegers befestigt. Im folgenden Jahr kam eine Bojenreihe hinzu.

Um aus der ewigen Finanzkrise herauszukommen, beschloss im Jahr 1950 eine Mitgliederversammlung die Ausgabe von sogenannten Bausteine in gestuften Gegenwerten von 10,00 bis 50,00 DM, die jedes Vereinsmitglied nach eigener Finanzkraft erwerben konnte. Die Gesamtauflage des Darlehensbetrug 1250,00 DM, eine für damalige Verhältnisse stolze Summe.

Das erste Bootshaus wurde mit Hilfe des ehemaligen Ortsamtsleiters Hans Steil zu einmaligen Bedingungen beschafft:

Die Anerkennungsgebühr betrug 1,00 DM. Es war eine ehemalige Arbeitsdienstbaracke. Der Abbruch in Ritterhude und der Transport nach St. Magnus wurden zügig durchgeführt. Es floss dann noch viel Schweiss, bevor das Bootshaus 1951 seiner Bestimmung übergeben wurde. Diese bestand nicht nur in der Einlagerung von Booten, sondern hatte auch eine gesellige Komponente. Die Initiatoren hatten für einen ausreichend großen Clubraum gesorgt und eine gemütliche Theke eingerichtet.

Hier spielte sich nach der harten Arbeit der gesellige Teil des Vereinslebens ab und viel, zum Teil ausgelassene Feste und Tanzvergnügen, folgten einander.

Wassersport wurde natürlich auch betrieben. Man fuhr hauptsächlich mit kleinen Booten die Hamme und Wümme hinauf, mit Paddelbooten und Kanadiern ein schweisstreibendes Vergnügen. Ansonsten bestimmten offene Jollen und geschlossene Jollenkreuzer das äussere Bild der damaligen WBS Flotte. Im Bootshaus lagerten über Winter 6 Segelboote, 10 Kanadier und 7 Paddelboote.

Im Jahre 1956 erstrahlte dann das Bootshaus erstmals im Glanz elektrischen Lichtes. Im gleichen Jahr wurde auch das erste Stück Steg an den Anleger montiert.

Ein neues Ungemach drohte dem WBS diesmal von der staatlichen Seite. 1956 verdichteten sich die Gerüchte über eine geplante Nordumgehungsstraße durch das Werderland mit einer mächtigen Brücke über die Lesum. Letztere sollte genau über das WBS Vereinsheim und - gelände hinwegführen. Gespräche beim Senat ergaben, dass dieses Vorhaben zwar in Planung, aber ncoh weitab von einer Realisierung sei, weil dazu die Mittel fehlten, dennoch müsse sich der Verein auf lange Sicht darauf einstellen.

Mit einem Stoßgebet zum Himmel, dass dieses niemals so kommen möge, ging man im WBS zur Tagesordnung über und machte sich wieder an die Arbeit.

 

Land unter !

 

Am 17. Februar 1962 brach die grosse Sturmflut herein. Das Wasser lief mit dem Ebbstrom nicht richtig ab, was zu fürchten gab.

Einige unentwegte Vereinskameraden hielten im Bootshaus Wache. Sie öffneten Fenster und Türen und schlugen Löcher in die Bodenbretter, um den gewaltigen Wasserdruck bei aufkommender Flut zu mindern. Im Clubraum stieg das Wasser auf 1,70 m.

Die Wache musste in ein Ruderboot steigen und sich an der Dachrinne festhalten. Sie konnte verhindern, dass die Boote ausdem

Bootshaus getrieben wurden. Aber alle Tonnen und sämtlichen Stegteile waren weg und mussten in den darauffolgenden Tagen

mühsam gesucht und wieder eingesammelt werden, wobei die Bundeswehr selbstlos mithalf.

 

Die stürmische Aufbauphase in den 60er und 70er Jahren

 

Seit 1960 ist die Stadtgemeinde Bremen Eigentümer des WBS Vereinsgeländes.

Der Fortschritt nahm seinen  Lauf. Der Anschluss an die Wasserleitung, der mit tatkräftiger Hilfe des THW erfolgte, war die Voraussetzung für den Bau der sanitären Anlagen. Bis dahin mussten die Mitglieder Wasser von zu  Hause mitbringen. Eine

Tiefbohrung nach Wasser auf den Gelände verlief leider erfolglos.

Nach Überwindung der grossen Sturmschäden ging der Aufbau weiter. 1964 wurde unter besonderem Einsatz einzelner Mitglieder mit viel Mühe und unzähligen LKW Ladungen Sand das erweiterte Gelände aufgeschüttet, 1965 eine Slipbahn gebaut

und der Steg auf 121 Meter verlängert, letztmalig aus Holzteilen.

 

Die Mitglieder schafften sich immer grössere und schwerere Boote an und so musste ein stabilierer Steg aus U-Eisenträgern her.

1968/69 wurde er fertiggestellt und bei dieser Gelegenheit gleich um 63 Meter verlängert. Damit konnte man der rapide wachsenden Mitgliederzahl (153) zunächst einigermassen gerecht werden. Auch der Clubraum musste aus diesem Grunde

vergrössert und umgestaltet werden. Der Bedarf an Bootsliegeplätzen stieg weiter. So verlängerte man den Steg 1972 nochmals

um 36 Meter, rechtzeitig zur Feier des 25jährigen Vereinsjubiläums. Aus diesem Anlass war vorher auch das Bootshaus durch eine Verkleidung mit roten Klinkerplatten noch verschönert worden.

Anfang der 70er Jahre machte sich die Wasservertiefung zunehmend bemerkbar. In deren Gefolge hatten der Tidenhub sowie die

Stromgeschwindigkeit in der Lesum und damit die Belastung des Steges permanent zugenommen.Infolge seiner grossen Länge

wurde er zunehmend instabil und so sollten Pfähle gerammt werden, um ihndaran zu befestigen. Leider wurde dafür keine Genehmigung erteilt.

Der Verein musste in dieser Phase noch mit anderen Widrigkeiten kämpfen. Bei den häufigen "Landunter" infolge der vielen Sturmfluten, die die Nordseeküste in den 60er und 70er Jahren heimsuchten, hatte dasBootshaus sehr gelitten.

Messingschilder im Clubraum künden noch heute von den damaligen Wasserständen. 1979 hatten wir ein letztes Mal Wasser im Bootshaus, bevor am 1.10.1979 die Sperrwerke Lesum, Ochtum und Hunte nach achtjähriger Bauzeit in Betrieb gingen.

 

Ausbau und Erneuerung in den 80er und 90er Jahren

Stegerneuerung

 

Die Ausbau- und Erneuerungsphase begann damit, dass als erstes eine neue stabile Brücke gebaut und dann in den Jahren#

1980-1983 der Steg etappenweise erneuert wurde. Anstelle von offenen U-Profilen wurden nun geschlossene Kastenprofile für die Träger verwendet, was die Stabilität wesentlich erhöhte. Ausserdem wurde der Steg verbreitert, bekam durch zusätzliche Tonnen mehr Auftrieb und wurde fester verankert. Inzwischen hatte sich auch das Bild am Steg geändert. Der Trend bei den Booten ging eindeutig zu größeren Kielyachten. Überwogen zunächst noch komplette Eigenbauten, so wurden mehr und mehr fertige Rümpfe gekauft und ausgebaut.

 

 Bootshausrenovierung

 

Der Fußboden der Holzbaracke war durch die Feuchtigkeit morsch geworden. 1981 wurde damit begonnen, den Hohlraum unter dem Fußboden mit Sand aufzufüllen , um darauf eine Betondecke zu giessen.Beim Aufreissen des Bodens stellte sich heraus, dass die Holzwände stark verrottet waren. Es musste daher gehandelt werden. Im März 1984 gab eine ausserordentliche Mitgliederversammlung grünes Licht für eine grundlegende Bootshausrenovierung, die einer Erneuerung gleichkam. Unter enormen Einsatz aller Vereinskameradenwurde bis zum Dezember 1985 das Projekt unter Dach und Fach gebracht. Die hohen Materialkosten wurden durch zinslose Darlehen der Vereinsmitglieder aufgebracht.

 

Die endgültige Schlussabnahme des Bootshauses erfolgte 1990 durch das Bauamt Bremen-Nord. Ein 1993 beantragter Kanalanschluss wurde wegen der im Vergleich zur Abfuhr sehr hohen Kosten zurückgestellt.

Das Wasser- und Schiffahrtsamt nahm 1995 die schwimmende Anlage des WBS erneut ab und genehmigte die Gesamtlänge von 234m sowie die Befestigung an Ankerketten. Dennochwurde, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, 1996 beschlossen, die schwimmende Anlage an sechs Pontonführungspfähle zu legen. Trotz erheblicher Proteste von Anrainern und Naturschützern wurde dieses Vorhaben vom Wasser- und Schiffahrtsamt Bremen genehmigt.


Im Winter 2011 / 2012 wurde der komplette Stegbelag erneuert. Der bisherige Holzbelag wurde durch pflegeleichte Kunststoff-Grätings ersetzt. Hierbei wurden erstmals auch die Ausleger mit belegt. Zudem wurden viele Schwimmkörper

durch neue ersetzt sowie alle Schwimmkörper statt mit Edelstahlbändern mit vorgeregtem Tauwerk neu befestigt. Hierdurch

sollen die galvanischen Ströme verringert werden.


Im Winter 2012 / 2013 wurde auch die Brücke überholt, neu gestrichen und ebenfalls mit den Kunststoff-Grätings belegt. Hierdurch wurde neben einem  einheitlichen Bild vorallem die Rutschsicherheit wesentlich verbessert.

 

 

 

 

 


 
wbs-bremen.de / GESCHICHTE